Die Schnecke
ich sitz hier rum und kann mich nicht bewegen
seit Stunden warte ich jetzt schon auf den Regen
einsam verbringe ich die Zeit auf einem Stein
und was mich plagt, das ist der Sonnenschein
meine Haut wird langsam schon ganz trocken
doch ich komm nicht weg von diesem Brocken
ich bin eine Schnecke
und da drüben bei der Hecke
da wächst ein grüner Strauch
und ich brauche endlich was im Bauch
sonst beiße ich hier noch ins Gras
und ende wohl als Aas
uhh wie ich mich freue, denn es fängt an zu regnen
gleich werd‘ ich diesem leckren Strauch begegnen
doch oh nein, oh Schreck, was sehe ich denn dort
ich bin nicht allein an diesem wunderbaren Ort
zwei Meter weiter sitzt ein brauner Hase
und schnüffelt gespannt mit seiner Nase
ich bin eine Schnecke
und da drüben bei der Hecke
da wächst ein grüner Strauch
ich brauche endlich was im Bauch
sonst beiße ich hier noch ins Gras
und ende wohl als Aas
der Hase darf den Löwenzahn bloß nicht entdecken
sonst werd‘ ich hier vor Hunger noch verrecken
gedacht – getan: er hat den Strauch erblickt
und das leckre Mahl vor mir gekriegt
wenn ich doch nicht so langsam wär‘
dann wär‘ mein Leben nicht so schwer
ich bin eine Schnecke
und da drüben bei der Hecke
da wächst ein grüner Strauch
von dem macht der Hase jetzt Gebrauch
und ich kann hier nur rumlungern
und bald dann wohl verhungern

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